2017 wird das 500-jährige Jubiläum der Reformation gefeiert. Als genaues Datum für dieses Ereignis nimmt man den Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg 1517 an. Ein passendes Datum, gab es doch den Startschuss für die nachfolgenden Ereignisse, die sich geradezu überstürzten. Luther selber hatte diese Entwicklung weder gewollt noch geahnt. Aber nachdem er in den Konflikt hineingerissen wurde, ging er unerschrocken voran.

 

Die Schloßkirche zu Wittenberg, @ Tina Eißner

Obwohl der Thesenanschlag ein bedeutender Moment im Leben Luthers war, der Startschuss für das, was später als die Reformation bezeichnet würde, kann er nur als Auslöser gewertet werden. Die Entwicklung hin zu diesem Ereignis begann viel früher in seinem Leben.  Mehr

 

Das Lutherhaus in Eisenach, @ Tina Eißner

Die damals herrschenden finsteren, abergläubischen Vorstellungen von der Religion erfüllten ihn mit Furcht. Er legte sich abends mit sorgenschwerem Herzen nieder, sah mit Zittern in die dunkle Zukunft und schwebte in ständiger Furcht, wenn er an Gott dachte, in dem er mehr einen harten, unerbittlichen Richter und grausamen Tyrannen als einen liebevollen himmlischen Vater sah.

(Ellen G. White, „Der Große Kampf“, S.121)

 

Die Suche nach einem gnädigen Gott nimmt ausgerechnet im Erfurter Augustinerkloster, dem damals strengsten Orden in Erfurt, eine unerwartete Wendung. Luther Vorgesetzter und Beichtvater Johann von Staupitz war es, der Luther riet, von sich selbst wegzusehen, auf Jesus hin. Luther, der unerbittlich zu selbst war, sich mehr martete und geißelte, als es selbst in diesem strengen Orden üblich war, lernte in Jesus Christus einen barmherzigen, vergebungsbereiten und liebenden Gott kennen. Mehr

 

Erfurter Augustinerkloster, Blick vom Kreuzgang in den Innenhof, @ Tina Eißner

Die Romreise von 1510, wurde zu einem weiteren Wendepunkt. Luther, der damals schon Theologie in Wittenberg studierte, machte sich voller Erwartungen auf nach Rom, nur um umso mehr enttäuscht zu werden. Die Entsagung, Armut und Selbsterniedrigung seines eigenen Mönchsleben stand in krassem Kontrast zu dem Reichtum und Wohlleben vieler italienischer Mönche samt Klöstern. Der Bruch mit Rom begann bereits dort und sollte sich immer mehr vertiefen. Mehr

 

Stadtkirche Wittenberg, @ Tina Eißner

Zurück in Wittenberg promovierte er dann 1512 zum Doktor der Theologie. Er übernahm als Nachfolger von Staupitz den Lehrstuhl der „Lectura in Biblia“ (Bibelauslegung) an der Wittenberger Universität und behielt ihn bis zu seinem Lebensende. Aus dem Studium der Bibel heraus erwuchsen ihm immer mehr Skrupel und Gewissenskonflikte bezüglich vieler Lehren und Praktiken der römisch-katholischen Kirche, die schließlich zu dem totalen Bruch führten. Mehr